Bericht aus der Gesprächsgruppe 3.7.
Grundsätzlicher Eindruck:
Es war eine sehr bunte Gruppe, 4 Frauen – 17 Männer, Alter zwischen 20 und 70, 9 Priester, engagierte Laien, hauptamtliche Mitarbeiter/innen der ED Wien und einige Vertreter/innen aus unterschiedlichen Bewegungen
Das Rundgespräch und auch die kurze Diskussion waren geprägt von hoher Disziplin und wertschätzendem Umgang miteinander.
1) Was hindert uns zu verkünden? Was hindert uns anderen Glaubenserfahrung zu ermöglichen bzw. Glaubenswissen zu vermitteln?
Sehr oft kam: Eigentlich hindert mich persönlich gar nichts! Ich müsste es nur tun!
Zusammenfassende Punkte (** bedeutet, dass dies sehr oft kam)
+ Herausforderungen der Zeit
fehlenden tragenden familiären Strukturen (Beziehungen/fehlende Kinder) **
viele Freizeitangebot – Kirche steht in großer Konkurrenz **
Zeitnot einzelner engagierter Mitarbeiter/innen **
fehlenden Mitarbeiter/innen („wir werden immer weniger“)
Trias „Schule-Familie-Pfarre“ fehlt heute gänzlich und schafft eine völlig neue Grundsituation **
+ unsere eigene Sprachlosigkeit – fehlendes Vokabular
wir können eigene religiöse Erfahrungen kaum weitergeben
die Menschen von heute verstehen unsere kirchliche Sprache oft nicht
falsche Vorstellungen, Unwissenheit bei den Menschen
Übernahme von medialen Wissen (Filme …)
Schwierigkeiten im Religionsunterricht (wenige Stunden, Zusammenarbeit mit Pfarren)
Wir „kratzen“ die Menschen dort, wo es sie nicht „juckt“ …
+ mangelnde Einheit zwischen den Gruppen/Richtungen/Priestern/Pfarren
unterschiedliche Gruppierungen werden oft „diametral“ wahrgenommen
Lehre entspricht oft nicht der Praxis (öffentliche Bild der Kirche kontra den Idealen)
fehlender Freundeskreis für viele Jugendliche
gegenseitige Vorverurteilungen
+ eigene Begrenztheit in den Möglichkeiten und zeitlichen Ressourcen
fehlende Gottesbeziehung, persönliche Praxis
Gleichgültigkeit der Menschen allem gegenüber
oft werden Kräfte für Pfarraktionen (Ball, Flohmarkt…) gebündelt und für spirituelle Einheiten bleibt keine Zeit, bzw. es kommen nur wenig Menschen zu den Angeboten
2) Was könnte uns weiterhelfen?
+ neue Sprache in der Verkündigung
+ Vertrauensvorschuss statt Misstrauen gegenüber innerkirchlichen Gruppen und deren Aktivitäten
+ Es braucht Orte, wo Glaubenserfahrung möglich ist
+ Es braucht Gruppen, wo „mehr“ möglich ist
+ Einheit in der Vielfalt – gegenseitiger Respekt
Bunte Vielfalt auch in den Riten
+ ganz anders sein dürfen
(neue Wege gehen können: Kontakt zu Esoterik/Angebote des Bereichs „Spiritualität“
Bibelcafe, Glaubensseminare am Vormittag, kostenloses Gebet bei EsoterikMesse,
Traumdeutung aus der Bibel ….)
+ offen die Frage nach dem Ziel von Verkündigung stellen (dürfen)
wollen wir nur die Pfarren füllen?
wollen wir die Menschen zu Christus führen?
+ zu einer objektiven „Schönheit“ führen (in den Dingen, in der Verkündigung …)
f.d.I.: Franz Knittelfelder, Peter Franz Scherz